Pflege- und Waschanleitung für Strickjacken aus Schurwolle

Schurwolle ist ein Naturprodukt und wird meist durch die Schur des Schafes gewonnen. Dabei wird unterschieden zwischen der Schafwolle, welche von toten Tieren entnommen wird und gegerbt wird. Die reine Schurwolle hingegen stammt von lebenden Schafen und wird chemisch behandelt um Mottenbefall vorzubeugen. 100 % naturbelassene Schurwolle ist eine Wolle, die lediglich mit Seife gewaschen worden ist, um den natürlichen Fettfilm zu erhalten. Schurwolle kann grundsätzlich auch das Produkt von Lämmern, Merinoschafen, Angoraziegen oder Alpakas sein und ist zum Beispiel für die Herstellung von gefütterten Strickjacken hervorragend geeignet.

Schurwolle ist ein empfindliches Produkt, welches sich bei zu starker Hitze und zu hohen Schleuderzahlen in der Maschine zusammenzieht und schrumpft. Die ursprüngliche Form kann danach nicht wieder hergestellt werden. Da Schurwolle aber auch ein tierisches Produkt ist, besitzt es eine hohe selbstreinigende Kraft. Häufig reicht es schon, die Wäsche an die frische Luft zu hängen, um wieder ein wohlriechendes Produkt zu erhalten. Auch grober Schmutz sollte nach Möglichkeit händisch entfernt oder punktuell behandelt werden, da jede maschinelle Wäsche der Faser schaden kann. Von Zeit zu Zeit sollte aber auch das Schurwollprodukt wie zum Beispiel die Strickjacke gewaschen werden, um Schmutz und Bakterien zu entfernen. Lesen Sie hierzu immer erst das Pflegeetikett. Wichtig ist es vor allem, die Temperatur niedrig zu halten. Es wird empfohlen, die Strickjacke bei maximal 30 Grad Celsius zu reinigen. Die meisten Waschmaschinen verfügen über ein spezielles Wollwaschprogramm, bei welchem die richtige Temperatur und Schleuderzahl schon hinterlegt sind. Ein Anschleudern reicht meist völlig aus. Hier wird meist mit kaltem Wasser gewaschen. Waschmittel der heutigen Generation reinigen auch schon bei niedrigsten Temperaturen gründlich. Sie sollten hier unbedingt auf ein Fein- oder Wollwaschmittel zurückgreifen, da dieses extra auf die Bedürfnisse empfindlicher Fasern ausgelegt ist.

Am besten empfiehlt sich jedoch die Handwäsche in der Maschine. Hier entsteht weniger Reibung als bei der tatsächlichen Handwäsche. Achten Sie darauf, dass Sie nicht zu viele Teile in der Maschine waschen und die Trommel überladen. Dies würde zu unnötiger Reibung führen und die Artikel stark zerknautschen, so dass Sie nachher Probleme haben werden, das Produkt glatt zu bekommen. Das manuelle Waschen des Produktes in lauwarmem Wasser ist aber dennoch eine schonende Alternative - ebenso wie die professionelle Reinigung. Mit dem Waschmittel sollte hier sparsam umgegangen werden. Hier reicht eine kleine Menge in der Größe einer Erbse. Behandeln Sie die Strickjacke mit Vorsicht und reiben und wringen Sie nicht zu viel. Auch hierdurch nimmt die Struktur Schaden. Auch darf der Schurwollartikel nicht zu lange im Wasser liegen oder einweichen, geschweige denn gebürstet werden. Trennen Sie wie bei anderen Qualitäten auch die Farben, um ein Verfärben der Ware zu verhindern. Waschen Sie das die Strickjacke auf links. Auch dies schont die sichtbaren, äußeren Fasern. Was Sie auf keinen Fall tun dürfen, ist den Schurwollartikel in den Trockner zu geben. Die Hitze ist zu groß, so dass der Artikel verfilzen und eingehen wird. Getrocknet wird das Produkt am besten liegend, nachdem Sie es zuvor einmal eingerollt und leicht ausgewrungen haben. Sie können den Artikel noch leicht in Form ziehen, damit Sie ihn später nicht so stark bügeln müssen. Legen Sie auch beim Trocknen ein Frottierhandtuch unter, welches das Wasser gut aufsaugen kann. Nach dem Trocknen kann Schurwolle bei Bedarf auch gebügelt werden. Am besten legen Sie ein feuchtes Tuch zwischen den Artikel und das Bügeleisen und bügeln Sie auf kleinster Stufe mit etwas Dampf. Am besten lagern Sie Schurwollartikel verschlossen im Schrank und legen ein paar Mottenkugeln bei, da Schurwolle ein sehr beliebter Schmaus für Motten ist, und Sie sonst schnell kleine Löcher in der Ware haben können. Zudem neigt Schurwolle ähnlich wie Kaschmir dazu, zu pillen. Dies bedeutet, dass sich durch Reibung kleine Knötchen bilden, welche die Optik beeinträchtigen. Für diese Fälle gibt es spezielle Pillingkämme oder -rasierer, mit welchen man in leichten Bewegungen über das Produkt fährt und somit die Knötchen entfernt. Die Struktur wird dann wieder ebenmäßig und die Ware sieht fast aus wie neu.

Wenn Sie diese Tipps und Tricks beachten, werden Sie langfristig ein angenehm weiches Produkt behalten und die Lebenszeit der Ware maximieren, damit Sie sich lange an Ihrem Artikel erfreuen können.